2012–2015

  • FWF-Projekt „Die 'Rainer Family' – Tiroler Nationalsänger in den USA“

    Das FWF-Forschungsprojekt mit dem Titel Die „Rainer Family“ – Tiroler Nationalsänger in den USA behandelt ein bisher unerforschtes Kapitel in der österreichischen Musikgeschichte: die Nationalsängergesellschaften. Der internationale Erfolg dieser singenden Familienverbände im 19. Jahrhundert wird in der Volksliedforschung nahezu bis heute als qualitativ fragwürdige Modewelle und „minderwertige Folklore“ negiert. Die Nationalsänger waren aber nicht nur maßgeblich an der Verbreitung des weltberühmten Weihnachtsliedes Stille Nacht beteiligt, ihre Erfindung des „volkstümlichen Schlagers“ wirkt bis heute nach. In der neueren amerikanischen Forschung über die Entwicklung der dortigen Popularmusik widmet man sich schon länger den „Tyrolese Minstrels“, insbesondere den berühmtesten, den Geschwistern Rainer aus Fügen im Zillertal. Sie feierten enorme Erfolge in den USA und wurden zum Vorbild für amerikanische „Singing Families“. Amerikanische Musikethnologen und Musikhistoriker wie Gage Averill, Scott Gac, William J. Mahar u.a. (Averill 2003, Gac 2007, Mahar 1999) gehen teilweise soweit, den Erfolg des „Ethnopop“ (Widmaier 2006: 65) der Nationalsänger Rainer als richtungsweisend für die Entwicklung der frühen amerikanischen Popularmusik anzusehen.

    Darüber hinaus ist das Nationalsängerphänomen generell durch die Verfilmung von The Sound of Music schon lange im kollektiven amerikanischen Gedächtnis verankert. Das vorliegende Projekt soll den Grundstein dafür legen, das auch aus internationaler Sicht wissenschaftlich bedeutende und bisher unerforschte alpenländisches Phänomen der Nationalsänger 1.) für nationale Forscher neu zu bewerten und zu weiteren Studien anzuregen und 2.) für internationale Forscher zugänglich zu machen. Dabei stützt es sich methodisch auf das neue Editionskonzept des Historisch-kritischen Liederlexikons und legt Wert auf die internationale Verwertbarkeit der Forschungsergebnisse. Als Ausgangspunkt des Projekts dient die Monographie Die Zillertaler Nationalsänger im 19. Jahrhundert von Martin Reiter (Reiter 1989), die einzige umfangreiche Veröffentlichung zum Nationalsängerphänomen, die durch das Projekt musikwissenschaftlich aufgearbeitet werden soll. Im Anschluss an die Darstellung des Nationalsänger-Phänomens in seiner Gesamtheit, soll am Beispiel der Geschwister Rainer eine konkrete internationale Erfolgsgeschichte von „Nationalsängern“ nachvollzogen werden. Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei 1.) auf die Repertoireveränderung der Rainers in den USA und 2.) auf die Vorbildwirkung der Rainers auf amerikanische Popularensembles und -stile gelegt werden. Gemeinsam mit einer wissenschaftlichen Publikation wird die Forschung auch durch eine CD-Produktion der Öffentlichkeit nähergebracht. Das vorliegende Projekt will dadurch Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft herstellen und somit auch einen Beitrag zur kulturellen Entwicklung leisten. 

    Link zum Artikel Zillertaler Volksmusik eroberte die USA in: Die Presse (23. Februar 2013)

2010–2012

  • FWF-Projekt „Musik und Lied in der Gesellschaft und Politik Tirols 1796–1848“: Was mit der CD  Lieder der „Freiheit“ begann, ist nun zu einem ausgewachsenen interdisziplinären Forschungsprojekt geworden, das vom Fonds zur Förderung wissenschaftlicher Forschung (FWF) finanziert wird. Im Rahmen des Projekts Musik und Lied in der Gesellschaft Tirols 1796–1848 soll einer spezifischen Quelle der Geschichte Tirols Aufmerksamkeit geschenkt werden, die bisher eher vernachlässigt wurde: den Liedern. Die zahlreichen musikalischen Produktionen unterschiedlicher Funktionalität und Art (Kriegs- und Kampflieder, sozialkritische Lieder, Spott- und Heldenlieder u.v.m.) werden nun innerhalb dieses interdisziplinär angelegten wissenschaftlichen Projekts aus der Perspektive der Musikwissenschaft und der Geschichtswissenschaft neu analysiert. Seit Beginn des mit insgesamt 180.000 € geförderten Projektes Musik und Lied in Gesellschaft und Politik Tirols 1796–1848 im Juni 2010 wurde fleißig geforscht, referiert und es wurden Artikel publiziert. Die Vorarbeiten für Gunter Schneiders Hörbild im Tirol Panorama wurden durch die Projektmitarbeiter geleistet. Das Konzept für eine Publikation wurde ausgearbeitet, die als Abschluss der interdisziplinären Forschung vom Institut für Volkskultur und Kulturentwicklung und dem Institut für Geschichte der Universität Innsbruck (Prof. Brigitte Mazohl) 2012 veröffentlicht werden wird.

     

    Publikationen

       Sandra Hupfauf, „,Der Tyroler Landsturm‘ – Ein Nationalsängerlied und seine Reise durch die amerikanische Popularmusik des 19. Jahrhunderts“, in: Volksmusik in den Alpen – Standortbestimmungen (Festschrift für Josef Sulz zum 80. Geburtstag), hg. von Thomas Nußbaumer, Innsbruck 2011, S. 255–277.

       Sandra Hupfauf, „Lieder der ‚Freiheit‘: politisch, symbolisch, kommerziell“, in: Jahrbuch des Österreichischen Volksliedwerkes 59 (2010), S. 243–258.

       Silvia Maria Erber und Sandra Hupfauf, „Lieder der ,Freiheit‘ – Betrachtungen politischer Lieder der Tiroler Geschichte (1796 bis 1848) aus geschichts- und musikwissenschaftlicher Perspektive“, in: Eliten in Tirol zwischen Ancien Régime und Vormärz, hg. von Marco Bellabarba u.a., Innsbruck 2010, S. 487–513.

2011

  • Projekt „Cajonbau-Workshop“: Erstmals in der Geschichte des ivk wurde ein Kurs zur Vermittlung „musikalisch kultureller Fertigkeiten“ für die Jüngsten angeboten – ein Cajonbau-Workshop für Kinder vom 16.–17. August 2011. Der Möbeltischler Gerhard Höckner stellte dafür sein Areal in der Feldstraße 5, Innsbruck, zur Verfügung. Geleitet wurde der Kurs, der mit 16 Kindern sofort ausgebucht war, von Sandro Zimmerhofer, Sozial- und Sonderpädagoge aus Bruneck/Südtirol. Die Veranstaltung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Innsbrucker Ferienzug. Jedes Kind hat auch seine Kistentrommel (Cajón) selbst gesägt, gebohrt, geleimt, lackiert und bemalt. Danach wurde ausgiebig musiziert. Der Cajón, ursprünglich aus Peru, ist durch seine Verwendung im Flamenco bekannt und in die europäische Musik eingeführt worden. Heute spielt man Cajóns in ganz Europa, auch in den Alpen. Die Projektleitung übernahm Sandra Hupfauf gemeinsam mit Sandro Zimmerhofer. 

2010

2009

  • MASKE BRAUCH(T) SPIEL, 14. November 2009
    Eine Tagung für Experten und Laien, Maskenschnitzer und Sammler, für Liebhaber des Maskenwesens und Volksschauspiels in Zusammenarbeit von ivk und Salzburger Landesinstitut für Volkskunde (SLIVK)
    Konzept und Verantwortung: Ulrike Kammerhofer-Aggermann und Thomas Nußbaumer

2007

  • „Projekt ,Fasnacht in Tirol‘“ – Vortrag durch Thomas Nußbaumer im November und Vorarbeiten zu einer entsprechenden Website gemeinsam mit Pepi Öfner und Karl C. Berger

2006

  • Symposion „ischt der Sindfluß g’wößen“. Kulturelle Strategien & Reflexionen zur Prävention und Bewältigung von Naturgefahren, 2. ExpertInnen-Tagung, Universitätszentrum Obergurgl, 28.–30. Oktober 2006, gemeinsam mit der Österreichischen Nationalagentur für Immaterielles Kulturerbe in der UNESCO

2005

  • Symposion Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur und dem Universum, 1. ExpertInnen-Tagung, Universitätszentrum Obergurgl, 2.–3. September 2005, gemeinsam mit der Österreichischen Nationalagentur für Immaterielles Kulturerbe in der UNESCO

2004

  • Podiumsdiskussion „Wem gehört das Lied?“ im Rahmen des Tags der offenen Tür am 11. September 2004 im Kulturgasthaus Bierstindl
  • Mitwirkung bei der Feldforschung Musik der Minderheiten in Tirol im Mai 2004, gemeinsam mit der Abteilung für Musikalische Volkskunde der Universität Mozarteum Salzburg und dem Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
  • seit März 2004 gibt es den elektronischen, monatlich erscheinenden Newsletter (beendet im November 2007)

2003

  • Aufarbeitung der volksmusikalischen Feldforschungen im Ötztal, Passeiertal und Schnalstal

2002

  • Enquete „Fahnen, Flaggen und Hymnen. Über die Bedeutung öffentlicher Symbolik im 21. Jahrhundert“, Bierstindl, 26. Oktober 2002
  • Arbeitskreis: Protokoll Bevölkerung und Kultur zur Alpenkonvention
  • Kulturerhebung Kremsmünster – Mitarbeit an einem Projekt zur Erhebung der Kultursituation in Kremsmünster durch das Institut für Musiksoziologie der Wiener Musikuniversität
  • Konzipierung und Einreichung des Projekts Netzwerk alpiner Kulturen im Rahmen des Programms Interreg IIIB der Europäischen Union

2001

  • Tagung Netzwerk alpiner Kulturen – Chancen einer Zusammenarbeit, Obergurgl, 31. August–2. September 2001.

2000

  • „Kulturgröstl“, Tag der offenen Tür im Kulturgasthaus Bierstindl, 23. September 2000
  • Arbeitskreis Universität der Künste – Bereich Volkskultur (Konzepterstellung für das Land Tirol)

1999

  • Symposion Kultur und Kapital. Was zahlt sich aus? Wer zahlt was ein?, Innsbruck, 5. März 1999
  • Messe der neuen Ideen, Telfs, 26.–28. März 1999
  • Volksmusikalische Feldforschung im Schnalstal, Oktober, gemeinsam mit dem Institut für Musikalische Volkskunde der Musikhochschule Mozarteum

1998

  • Volksmusikalische Feldforschung im Ötztal und Passeiertal, November, gemeinsam mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck und dem Institut für Musikalische Volkskunde der Musikhochschule Mozarteum

1997

  • Die Lange Nacht der Minderheiten. Musik und Poesie zum Nationalfeiertag, 25. Oktober 1997, gemeinsam mit dem Internationalen Dialektinstitut, der Initiative Minderheiten, Pro Vita Alpina und dem Kulturgasthaus Bierstindl
  • Arbeitskreise: Die Rolle der Kultur bzw. der Volkskultur in der EU-Regionalpolitik am Beispiel Tirol und Erstellung eines Protokolls zur Volkskultur in den Alpen

1996

  • Symposion Volkskultur in den Alpenstädten, Schloss Weiherburg, zusammen mit der Stadt Innsbruck, 24.–26. Oktober 1996
  • Musikfest Von den Alpen zu den Karpaten, Bierstindl, 24. Oktober 1996, gemeinsam mit dem Institut für Musikalische Volkskunde der Musikhochschule Mozarteum
  • Kultur und ländliche Entwicklung, Gasthof Krone in Umhausen, gemeinsam mit dem Leader-Verein Ötztal „Sall Wöll“

1995

  • „Rechtsextremismus in den Graswurzeln“ (Referat und Diskussion mit Anton Pelinka am 09. Mai 1995), gemeinsam mit Pro Vita Alpina und dem Kulturgasthaus Bierstindl
  • „Tanz und Musik im Bierstindl“, im Rahmen des Meetings der ICTM-„Study Group for Iconography and Ethno-Choreology”, gemeinsam mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck und der Tiroler Landesarbeitsgemeinschaft für Volkstanz
  • Enquete „Heimat, wie weit bist du eng?“, 30. Juni 1995, gemeinsam mit Pro Vita Alpina; mit Deklamation patriotischer Heimattexte durch Barbara Weber, Aktion „Durchlochte Heimat“, Referat: Konrad Köstlin, Standortbestimmung zum Transit-Widerstand, aus dem Leben einer Bosnierin in Tirol u.a.
  • Liebe und Freiheit in den Bergen, Symposion zur Volksliedforschung im Rahmen der Alpentöne in Obergurgl, 7.–10. September 1995
  • Enquete „Saisonende“, 29. September 1995 im Kulturgasthaus Bierstindl. Mit Podiumsdiskussion „Macht euch die Erde untertan“ und Urlaubstrophäenschau „Auch Alpenmenschen reisen“
  • Fachtagung Bis an die Wurzeln – zu Volkskultur/ethnischen Säuberungen/Fundamentalismus/Faschismus/Minderheiten, Rechberg, 25.–27. Oktober 1995, gemeinsam mit Pro Vita Alpina und dem Internationalen Dialektinstitut
  • Einreichung beim Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank: Konzeptionierung ganzheitlicher Regionalentwicklung (Eduard Gugenberger und Roman Schweidlenka)

1993

  • Enquete „Baustelle Volkskultur“ zur Eröffnung des Kulturgasthauses Bierstindl, 18. September 1993